21. Mai 2021

Potenzial für neue Wertschöpfung mit Wasserstoff in Ostdeutschland

Mit dem »H2-Masterplan für Ostdeutschland« haben Fraunhofer IEG, Fraunhofer ISI und Fraunhofer IKTS einen bundesländerübergreifenden Bericht veröffentlicht, der die Herausforderungen und Chancen beim Aufbau einer ostdeutschen Wasserstoffwirtschaft skizziert und mehr als 50 konkrete Vorschläge für einen erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf vorstellt.

Im Rahmen der Studie ist es erstmals gelungen, alle Akteure länderübergreifend zu identifizieren und den verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette zuzuordnen. Damit ist es möglich, eine einfache Vernetzung zwischen den Akteuren zu gewährleisten, um gemeinsam Synergien zu heben. Zudem haben die Autoren diese »Landkarte« genutzt, um für alle ostdeutschen Bundesländer konkrete Wasserstoffnachfragepotenziale in der Industrie, im Verkehr und bei möglichen Systemdienstleistungen zu prognostizieren. Demnach wird bis 2050 im Verkehrsbereich ein Nachfragepotenzial von 12 TWh und in der ostdeutschen Industrie von rund 37 TWh erwartet, insbesondere bei Raffinerien, der Basischemie und der Stahlproduktion. Das Fraunhofer IKTS hat hierbei u. a. seine Expertise bei der Erzeugung von grünem Wasserstoff mittels der Elektrolyse sowie aus dem Bereich der CO2-armen Stahlerzeugung eingebracht, welche die Prozesssimulation und die techno-ökonomische Bewertung zum Wasserstoffeinsatz in der Direktreduktion umfasst.

Im weiteren Verlauf des Berichts werden für jedes Bundesland detaillierte Stärken- und Schwächenprofile aufgezeigt. Das Fraunhofer IKTS hat sich dabei speziell der sächsischen Akteurslandschaft gewidmet und eine hohe Kompetenz im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus attestiert. Im Ergebnis wird auch deutlich, dass sich die Profile der Bundesländer komplementär ergänzen und ein hervorragendes Fundament für eine bundesländerübergreifende Zusammenarbeit bieten. Um dies schnellstmöglich voranzutreiben, empfehlen die Autoren mehr als 50 konkrete Maßnahmen. Diese reichen von der Entwicklung spezifischer Genehmigungs- und Zulassungsverfahren, über die Veränderung von Beschaffungsrichtlinien bis zur Etablierung konkreter Bildungsangebote. Ein Kernpunkt ist auch die Gründung einer »Wasserstoff-Agentur Ostdeutschland«, die die einzelnen Wasserstoffinteressen bündelt, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Politik sicherstellt und Unternehmen bei ihren Investitionsvorhaben begleitet.
-> Zur News des Fraunhofer IKTS.
-> H2-Masterplan für Ostdeutschland [9,34 MB]


Bild ©Pixabay/akitada31: Potenziale von Wasserstoff.

Das könnte Sie auch interessieren

10. Mai 2021

Von der Braunkohle zum nachhaltigen Bauen

Perspektive für die Lausitz Konsortium von TU Dresden Wissenschaftler:innen bewirbt sich mit einer Idee für ein Großforschungszentrum Unter der…

WEITERLESEN

03. Apr 2020

Ablage im Auto per Fingerzeig formen

Werden Ablageflächen im Auto nicht genutzt, sind sie wahre Staubfänger. Ohne sie wird es jedoch auch schwierig: Wo sonst sollte…

WEITERLESEN

09. Jun 2017

Leichtbau-Spitzencluster kooperieren

Die Leichtbau-Spitzencluster MAI Carbon, ARENA 2036, Open Hybrid Lab Factory sowie die Plattform FOREL wollen beim Life Cycle Assessment künftig…

WEITERLESEN