30. Mai 2017

Neuartige keramische Nanofiltrationsmembran entwickelt

Ein Forscher-Team des Fraunhofer IKTS entwickelte eine neue Nanofiltrationsmembran, die erstmals organische Moleküle von nur 200 Dalton aus Industrieabwässern filtern kann. Dafür wurden die Wissenschaftler am 30. Mai mit dem den Joseph-von-Fraunhofer-Preis ausgezeichnet.

Ein Forscher-Team des Fraunhofer IKTS entwickelte eine neue Nanofiltrationsmembran, die erstmals organische Moleküle von nur 200 Dalton Molare Masse aus Industrieabwässern filtern kann. Dafür wurden die Wissenschaftler am 30. Mai mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis ausgezeichnet.

450 Dalton – darunter können keine Moleküle aus Wässern abfiltriert werden. Vor nicht allzu langer Zeit war dies die einhellige Meinung in Expertenkreisen. Doch dann das Erstaunliche. Die als unüberwindbar geltende Marke von 450 Dalton Molare Masse wurde unterschritten. Ein Forscher-Team des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS schaffte es, die Filtrationsgrenze auf 200 Dalton zu senken. Möglich wurde dies durch die Weiterentwicklung der Sol-Gel-Technik. Diese Weiterentwicklung führte dazu, keramische Membrane mit winzigen Poren zu erzeugen, die zudem noch alle gleich groß sind, damit auch ja keine unerwünschten Moleküle durchfließen. Beides, die winzigen Poren und die identischen Porengrößen, waren eine Herausforderung.

Für einen nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser verspricht dieser Innovationsschritt einen entscheidenden Vorteil. Die Wasserversorgung in Ländern wie Indien könnte dadurch wesentlich verbessert werden. Aber auch bei der Filtration von Industrieabwässern zeichnet sich ein relevanter Fortschritt ab. Die keramischen Nanomembrane werden seit 2016 erfolgreich in einer Anlage im kanadischen Alberta eingesetzt. Dort reinigen sie in einem rückführenden Produktionskreislauf das Abwasser, das bei der Ölförderung aus Öl-Sand verwendet wird.

Der MFD gratuliert Dr. Ingolf Voigt, Dr. Hannes Richter und Frau Puhlfürß für diese einmalige Forschungsleistung und die Auszeichnung mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2017.

Mehr Informationen zum innovativen Verfahren erhalten Sie im Video und auf den Seiten des Fraunhofer IKTS.

 

Foto ©Fraunhofer IKTS: Keramik-Membranen des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS.

Das könnte Sie auch interessieren

02. Dez 2020

Bauvertrag für das Carbonbetonhaus CUBE unterzeichnet

Die Hentschke Bau GmbH aus Bautzen und die bendl HTS Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG aus Sebnitz bündeln…

WEITERLESEN

05. Sep 2019

"Ausgezeichnete" Hydrogel-Wundauflagen

Frau Dr. Passant Atallah, Herr Dr. Lucas Schirmer, Herr Dr. Uwe Freudenberg und Herr Prof. Dr. Carsten Werner vom

WEITERLESEN

07. Nov 2018

Der 3. Streich: Sächsischer Staatspreis für…

Das Technische Design hat wieder Grund zur Freude: Zum dritten Mal in Folge erhalten zwei Studierenden den Sächsischen Staatspreis für…

WEITERLESEN