2. Dezember 2021

Materiallogistik auf den Baustellen von morgen

Materiallogistik auf den Baustellen von morgen

Industrie 4.0 steht für eine Aufholjagd der Bauindustrie, welche die dritte Industrielle Revolution verpasst hat. Flexible und intelligente Maschinen sollen die Prozesse auf Baustellen ihrer Zeit entsprechend anpassen und erleichtern. Die vertikale Materialverteilung ist eine der zentralsten Herausforderungen der Baustellenlogistik, welche sich bis jetzt kaum umsetzen und in bestehende Prozessabläufe integrieren ließ. Wer schon einmal bei einem Umzug dabei war, kann sich vielleicht vorstellen: Material in Höhen zu transportieren ist anstrengend.

Der vorliegende Entwurf stellt eine Lösung für die Transport- und Verteilungsprobleme auf beengten, innerstädtischen Baustellen bereit. Das Konzept des Regalbediengeräts aus dem Hochregallager, wurde konsequent auf die Baustelle transferiert und könnte den Grundstein für eine neue Baustellenlogistik legen.

Der Entwurf besteht aus Mast, Hubwagen, Fahrwagen und Bodenstation. Dabei spielt die Gestaltung von Hub- und Fahrwagen die gestalterisch größte Rolle. Der Hubwagen hat eine U-Form um auf der großen innen liegenden Fläche die Lastaufnahmemittel aufnehmen zu können. In den senkrechten Volumina an den Seiten des Körpers befinden sich die Bestandteile für den vertikalen Antrieb. Die vertikalen und die horizontalen Flächen werden durch ein Band zusammengehalten, das an den kurzen Seiten der 3-Grundkörper entlangläuft.

Der Fahrwagen baut auf derselben Grundform auf wie der Hubwagen. Sie ist jedoch um 90° gekippt, so dass die U-Form die Masten umklammert. An der dazwischenliegenden Fläche ist der Antrieb für die horizontale Bewegung des Systems angebracht. Der horizontale Antrieb besteht aus den Laufrädern, welche angetrieben werden und den Führungs- und Gegendruckrollen.

Durch die temporäre Lagerung von Materialien in der Regal-Konstruktion und gleichzeitig vertikalen Verteilung, kann die Baustellenlogistik optimiert werden. Wenn große Mengen an Ladeeinheiten angeliefert werden, können diese im Gerüst zwischengelagert werden. Durch die neue Logistik könne Leerläufe besser eingeschätzt und gelagerte Lageeinheiten schnellstmöglich bereitgestellt werden, sobald sie benötigt werde. So kommt es seltener zu Engpässen bei der vertikalen Verteilung.
-> Zur News des Technischen Designs der TU Dresden.


Foto ©Technisches Design, TU Dresden.

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