22. April 2021

Brückenschlag in Mitteleuropa

HZDR und Universität Wroclaw vereinbaren noch engere Zusammenarbeit

Aufbauend auf der erfolgreichen Kooperation beim Görlitzer Center for Advanced Systems Understanding – CASUS haben der Wissenschaftliche Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), Prof. Sebastian M. Schmidt, und der Rektor der Universität Wroclaw, Prof. Przemysław Wiszewski, ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Diese Absichtserklärung soll die zukünftige Zusammenarbeit vertiefen. Die beiden Einrichtungen wollen auf diese Weise den zentraleuropäischen Forschungsraum und die Verbindung zwischen Sachsen und Polen stärken. Bei CASUS bringt die Universität Wroclaw vor allem ihren Erfahrungsschatz auf dem Gebiet des autonomen Fahrens und des Maschinellen Lernens ein.


Mit der Unterzeichnung legen das HZDR und die Universität Wroclaw die Grundlage für die weitere enge Zusammenarbeit – nicht nur beim deutsch-polnischen Forschungsinstitut CASUS, sondern auch bei anderen strategisch wichtigen Themen, wie Sebastian M. Schmidt betont: „Wissenschaft und Forschung hatten schon immer ein unglaubliches Potential, Grenzen zu überbrücken. Durch unsere günstige Lage im Drei-Länder-Eck hat das HZDR eine exzellente Ausgangsposition, um für Deutschland starke wissenschaftliche Verbindungen zu unseren Nachbarregionen zu etablieren. Das Beispiel CASUS zeigt, welche Erfolge internationale Kooperationen ermöglichen. Es freut uns deshalb außerordentlich, dass wir unsere Partnerschaft mit der Universität Wroclaw nun ausbauen können.“

So wollen die Einrichtungen die Beziehung zum Beispiel über die gemeinsame Rekrutierung von Forscher*innen, die Organisation von Workshops und Austauschprogrammen sowie den Transfer wissenschaftlicher Informationen verstärken. Gerade auf dem Feld des Maschinellen Lernens spielt der letzte Punkt eine zentrale Rolle für CASUS, erläutert Przemysław Wiszewski: „Dank unserer Expertise können wir das Görlitzer Center dabei unterstützen, seine Forschungsziele in so unterschiedlichen Bereichen wie Systembiologie, Materialforschung oder Autonomes Fahren zu erreichen. Davon profitieren letztendlich nicht nur die Universität Wroclaw und das HZDR, sondern die gesamte Gesellschaft – egal ob in Polen, Deutschland oder weltweit.“ Eine Einschätzung, die auch der Sächsische Wissenschaftsminister, Sebastian Gemkow, teilt.

Im vergangenen Jahr konnte er sich zusammen mit dem Wissenschaftlichen Direktor des HZDR bei einem Besuch der Universität schon ein konkretes Bild vor Ort machen: „Die Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit ist ein starkes Bekenntnis zum wissenschaftlichen Austausch und zugleich auch Beleg für die gute Beziehung zu unseren polnischen Nachbarn. Solche länderübergreifenden Kooperationen sind für den erfolgreichen Strukturwandel in der Region elementar. Der Freistaat Sachsen mit seiner breiten und vielfältigen Forschungslandschaft bietet viele Anknüpfungspunkte für Projekte und schlägt so Brücken zu unseren mitteleuropäischen Partnern.“

Mit rund 23.500 Student*innen zählt die Universität Wroclaw zu den größten Hochschulen in Polen. Am Institut für Computerwissenschaften entwickelt ihre Computational Intelligence Research Group Algorithmen und Systeme, um das Verhalten der unterschiedlichen Akteure im Straßenverkehr zu interpretieren und vorherzusagen – eine der größten Herausforderungen beim Autonomen Fahren. Mit dem Projekt „Aleph One“ betreibt die Universität außerdem eine Forschungsplattform, bei der sie autonome Fahrzeuge unter realen Bedingungen testen und entsprechende Daten sammeln kann.
-> Zur News des HZDR.


Foto ©Universität Wroclaw Durch die Kooperation zwischen dem Helmholtz-Zentrum und der Universität Wroclaw profitieren beide Seiten in unterschiedlichen Bereichen – zum Beispiel bei der Weiterentwicklung autonomer Fahrzeuge wie diesem Rover der polnischen Universität. Das Forschungsfeld des Maschinellen Lernens spielt für das interdisziplinäre Zentrum CASUS eine zentrale Rolle.

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