29. August 2019

Biosensoren sorgen für sauberes Wasser

Die Rückstände von Pestiziden, Haushaltschemikalien oder Arzneistoffen belasten unser Abwasser. In Kläranlagen können diese unsichtbaren Verunreinigungen nicht oder nur teilweise zurückgehalten werden. Im Projekt ANTHROPLAS entwickelte das Fraunhofer IKTS ein Messverfahren, das Schadstoffe im Abwasser erkennt. Mit diesen Informationen können die Forschenden in Zukunft die Abwasseraufbereitung zielgenauer einstellen. Das wirkt sich auf die Prozesseffzienz und -kosten speziell in der vierten Reinigungsstufe der Kläranlage aus. Damit leistet ANTHROPLAS einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer sauberen Umwelt.

Vom Menschen verursachte Spurenschadstoffe stellen eine zunehmende Herausforderung für kommunale Kläranlagenbetreiber dar, da der Anteil dieser Schadstoffe im Abwasser kontinuierlich steigt und die konventionelle Abwasserbehandlung bisher nicht für ihre Entfernung ausgelegt ist. So gelangen immer mehr chemische Rückstände mit dem gereinigten Abwasser in Flüsse und Seen. Dort bleiben sie über lange Zeit erhalten. Sie wirken sich negativ auf Ökosysteme und schließlich auch den Menschen aus.

Abhilfe soll eine weiterführende, sogenannte vierte Reinigungsstufe, schaffen. Diese entfernt über verschiedene Verfahren, z. B. Aktivkohle oder oxidative Prozesse, Schadstoffe nahezu rückstandsfrei aus dem Abwasser. Allerdings sind die derzeitigen Schadstoffanalysen sehr zeit- und arbeitsaufwendig, sodass eine Prüfung der Stoffkonzentration nur stichprobenartig möglich ist. Für ein bedarfsgerechtes Regeln der Reinigungsstufe fehlt es an einer durchgehenden Überwachung. Diese Überwachungslücke bei der Abwasseraufbereitung zu schließen, war das Forschungsziel des Verbundprojekts ANTHROPLAS.

Erfahren Sie mehr zu ANTHROPLAS und Wasser-/Abwassertechnologien den Mitteilungen des Fraunhofer IKTS.

Foto © Fraunhofer IKTS: Handgroße Sensoreinheit mit integriertem optischen Biosensor, der über seine biochemisch aktivierte Oberfläche Spurenschadstoffe im Wasser nachweist.


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