2. Mai 2017

Neues Batteriekonzept für mehr Reichweite von Elektroautos

Im Projekt EMBATT entwicklen das Fraunhofer IKTS und seine Partner, ThyssenKrupp System Engineering sowie IAV Automotive Engineering, Lithium-Batterien nach dem Vorbild von Brennstoffzellen.

Was im Labor bereits funktioniert, soll auch in der Praxis Wirklichkeit werden: Lithium-Batterien mit 1000 Kilometern Reichweite, mit denen sich auch längere Strecken fahren lassen, ohne dass einem unterwegs der Saft ausgeht. Klingt unrealistisch finden Sie? Doch bis 2020 könnte dieses nach Meinung von Frau Dr. Mareike Wolter, Projektleiterin am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, möglich sein.

Ihr Team nutzt dazu das Bipolar-Prinzip, bekannt von der Brennstoffzellenfertigung. Anstatt wie heute üblich jede Batterie mit eigenem Gehäuse, eigener Kontakierung und Sensorik auszustatten und sie nebeneinander zu lagern, werden die Zellen übereinander gestapelt. Das spart Platz, da Gehäuse und separate Anschlüsse wegfallen. Mehr Zellen können im Auto verbaut werden, zudem verringert sich der Widerstand zwischen ihnen. Das erhöht die Reichweite deutlich.

Wichtig dabei sind die Bipolar-Elektroden der Batterie. Eine metallische Folie, die mit keramischen Speichermaterialien beidseitig beschichtet wird, zeichnet sie aus. Dadurch wird eine Seite zur Anode, die andere zur Kathode. Beide bestehen aus einer unterschiedlichen Materialzusammensetzung aus einem Keramikpulver, das mit Polymeren und metallischen Komponenten zur Suspension gemischt wird. Die Suspension wird dann im Rolle-zu-Rolle-Verfahren auf die Folie aufgebracht. So konstruiert kann die Batterie sehr schnell Energie abgeben und wieder aufnehmen.

Erfahren Sie mehr über EMBATT auf der offiziellen Projektseite, auf den Seiten des Fraunhofer IKTS und in diesem PDF.

 

Foto ©Fraunhofer IKTS: Herstellung der Bipolar-Elektrode im Technikums-Maßstab.

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