27. November 2019

Nährstoffrecycling aus organischen Reststoffen

Wachstumskern abonocare® erfolgreich gestartet.
In der Landwirtschaft werden große Mengen an Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor benötigt, um ausreichend Hektarerträge zu erzielen. Diese Nährstoffe werden kostenintensiv und mit z. T. erheblichen Umweltfolgen chemisch produziert, gefördert, aufbereitet und transportiert, um sie als »mineralische Dünger« einsetzen zu können.

Gleichzeitig fallen in der Tierhaltung raue Mengen an organischen Reststoffen wie Gülle, Mist oder Gärprodukten aus Biogasanlagen an. Sie sind als Düngemittel für die Landwirtschaft sehr wertvoll. Allerdings verursachen die Reststoffe auf Grund der lokalen Konzentration Umweltprobleme. Und zwar dann, wenn sie in größeren Mengen auf Ackerflächen ausgebracht werden, als die Pflanzen aufnehmen können. Die Überdüngung entzieht pflanzenphysiologisch wertvollen Nährstoffe und belasten die Atmosphäre und Gewässer.

Im Wachstumskern abonocare® steht daher die intelligente Verwertung der organischen Reststoffen im Fokus. Sie sollen effizient für eine ökologisch schonende landwirtschaftliche Produktion nutzbar gemacht werden. Um zukünftig Nährstoffe aus Überproduktionsgebieten in Bedarfsregionen zu bringen, entwickelt das Fraunhofer IKTS mit neun innovativen Unternehmen und sechs Forschungsinstituten aus Mitteldeutschland im Wachstumskern abonocare® Technologien und Dienstleistungen für das Nährstoffrecycling aus Gülle, Gärresten und Klärschlämmen.

Das Bündnis abonocare® wird mit rund zehn Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Entwickelt werden damit Verfahren für die Aufbereitung, Separation, Konversion und Konfektionierung organischer Reststoffe zu marktfähigen Düngerprodukten.

Das Fraunhofer IKTS ist einerseits für die wissenschaftliche Koordination des Wachstumskerns verantwortlich. Andererseits beteiligt es sich an Entwicklungen entlang der gesamten Prozesskette. Unter anderem stehen neben methodisch-analytischen Arbeiten die Schwermetallabtrennung während der Klärschlammverbrennung mittels keramischer Filter, die Ammonium-Extraktion mit keramischen Membrankontaktoren aus Gülle und Gärresten sowie die Entwicklung biobasierter Flockungsmittel für eine optimale Fest-Flüssig-Trennung im Fokus der Arbeiten des Fraunhofer IKTS.

Erfahren sie auf den Seiten des IKTS mehr über die Forschungsarbeiten im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit, beispielsweise auch zum Recycling von Molkereireststoffen.


Foto ©Fraunhofer IKTS: Fraktioniertes Gärprodukt sowie Endprodukte wie Düngergranulat, Flüssigdünger und Einstreupellets.

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