13. September 2019

Multi-Material-Design preisgekrönt

Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden erhält den AVK-Innovationspreis für den neuartigen Fertigungsprozess zur Kombination von Organoblechen, Faserverbund-Hohlprofilen und Spritzgieß-Knoten­strukturen. Die hochintegrative Mehrkomponentenbauweisen mit faserverstärkten Thermoplasten vereint die Funktionsintegration, Gewichtsreduktion und Fertigungseffizienz.

Im BMBF-Projekt FuPro entwickelte ein interdisziplinäres Team aus Industrie und Wissenschaft eine neuartige Technologie, die erstmals Faserverbund-Hohlprofile mit kontinuierlichem Faserverlauf in hybride Organoblech-Spritzgießstrukturen integriert. Dadurch entstehen hochbelastbare Strukturbauteile. Sie schöpfen das konstruktive und werkstoffliche Leichtbaupotenzial der einzelnen Komponenten im Sinne eines Baukastensystems bestmöglich aus.

Die Brose GmbH und das ILK setzten diese Bauweise nun im Anwendungsmaßstab um. Für den Herstellungsprozess verwendeten die Partner nur zwei Werkzeuge. Der Prozess ist somit wirtschaftlich zukunftsweisend und ressourceneffizient. Das Einsatzpotenzial der Technologie wiesen die Forscher*innen am Beispiel einer Gurt-Integrallehne nach. Hierbei konnten sie im Vergleich zur klassischen Lösung über 30 % Massereduktion erreichen. Außerdem ersetzten sie zehn Stahl-Stanzbiegeteile sowie zugehörige Füge- und Lackierprozesse durch eine integrale Lösung auf Thermoplast-Basis. Durch die damit verbundenen Kosteneinsparungen bestehen auch in wirtschaftlicher Hinsicht hohe Erfolgsaussichten für die FuPro-Technologie. Die Innovationspreis-Jury mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft würdigte diesen Erfolg mit einem Preis in der Kategorie „Prozesse und Verfahren“.

Foto ©TUD/ILK: FuPro-Demonstratorbauteil.
Foto ©TUD/ILK: FuPro-Demonstratorbauteil.

Erfahren Sie mehr über das Multi-Material-Design in den Mitteilungen des ILK der TU Dresden.

Foto (rechts) ©TUD/ILK: FuPro-Demonstratorbauteil im Lastfall Frontcrash.

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