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Gewebte Metallzellen für den Leichtbau

Dr. Cornelia Sennewald vom ITM der TU Dresden wurde mit dem Bertha Benz-Preis 2017 für ihr neuartiges Verfahren zur Herstellung metallischer 3D-Strukturen auf Webmaschinen ausgezeichnet.

 

Ob Automotiv, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt oder Architektur: Leichtbau ist für viele Branchen das Thema der Zeit, wenn ein bewusster Umgang mit Ressourcen im Vordergrund steht. Doch gelangt man mit der heutigen Verarbeitung von Leichtmetallen im Gussverfahren schnell an physikalische Grenzen. Um diese Grenzen zu überschreiten, bedarf es neuer Verfahren, die Leichtmetalle als dreidimensionale zelluläre Strukturen aufbauen. Bei solchen Verfahren werden Drähte aus Leichtmetall ineinander verwoben. Dadurch entstehen sehr stabile Verbindungen, die in ihrer zellulären Struktur wenig Material benötigen. Ein solches Verfahren hat Cornelia Sennewald im Rahmen ihrer Dissertation am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden entwickelt.

Der Clou ist, dass Sennewald die Metallzellen auf handelsüblichen Webmaschinen webt und dabei auch noch andere Leichtbaustoffe wie Carbon-Fasern beimischen kann. Dieses eröffnet eine Vielfalt an Anwendungsfeldern, die die hybriden Verbindungen gewinnbringend und ressourcenschonend nutzen können. Crash-Zonen in Autos oder die Verstärkung von Gebäudefassaden, um sie erdbeben- oder explosionssicherer zu machen, wären etwa solche Anwendungen. Denn die derart aufgebauten Strukturen besitzen eine hohe Steifigkeit und sind äußerst temperaturresistent.

Für diesen neu entwickelten Ansatz wurde Sennewald am 1. Juni 2017 mit dem Bertha Benz-Preis ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist und von der Daimler und Benz Stiftung vergeben wird. Mit diesem Preis werden herausragende Forschungsarbeiten gewürdigt.

Der MFD gratuliert Frau Dr. Sennewald herzlich zu dieser Auszeichnung. Ihrer Arbeit fügt der Materialforschung wieder einen Entwicklungsschritt hinzu.

Mehr zum Verfahren erfahren Sie auf den Seiten des ITM und in diesem Video.

 

 

 
Foto © Mirko Krziwon/ITM: Gemeinsam mit ihrem Kollegen Dipl.-Ing. Michael Vorhof überprüft Dr.-Ing. Cornelia Sennewald die Struktur gewebter metallischer 3D-Zellen.