15. August 2020

Mehr Raum für Kunststoffanwendungen im Dreiländereck

Fraunhofer erweitert Standort in der Oberlausitz

Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU investiert in die Erweiterung seines Kunststoffzentrums in Zittau. Für sechs Millionen Euro entsteht bis 2022 die Erweiterung des jetzigen Technikums zu einer großen Forschungshalle mit hochmodernen Verarbeitungsmaschinen und Analysegeräten. Die Forschungsbereiche Leichtbau, industrieller 3D-Druck und Automatisierung werden damit deutlich ausgebaut. Medienvertreterinnen und -vertreter sind am 21. August 2020 zum symbolischen Spatenstich mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, Fraunhofer-Präsident Professor Reimund Neugebauer, Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker und dem Geschäftsführer des Kunststoffunternehmens Lakowa, Ralf Liebscher, eingeladen.

»Seit seiner Eröffnung 2016 sind – insbesondere gemeinsam mit den Unternehmen der Region – im Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz anwendungsreife Technologie- und Produktinnovationen in den Bereichen Kunststoffverarbeitung, additive Fertigung, Leichtbau und Automatisierung entstanden. Um den weiterhin steigenden Bedarf nach anwendungsnahen Forschungsleistungen zu beantworten, werden wir am »Tag der Oberlausitz« mit Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik den Baubeginn für eine umfassende Erweiterung vollziehen«, sagt Professor Welf-Guntram Drossel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IWU. »Hierin sehen wir unseren Beitrag zur nachhaltigen Sicherung von Innovationskraft, starken Unternehmen und nicht zuletzt attraktiven Arbeitsplätzen in der Oberlausitz. Die Region steht erneut vor einem großen Umbruch und wir gestalten diesen Strukturwandel voll Zuversicht mit. Dafür danke ich nicht nur den forschenden Kolleginnen und Kollegen in Zittau, sondern auch den politischen Wegbereitern und Förderern auf europäischer Ebene, beim Bundesforschungsministerium und beim Freistaat Sachsen.«

Professor Sebastian Scholz, Leiter des Kunststoffzentrums, erläutert die Details des Erweiterungsbaus: »Unser jetziges Technikum mit 146 Quadratmetern lässt aktuell keinerlei Spielraum für weitere Anlagen zu. Nun wachsen wir auf über 700 Quadratmeter. Das bietet uns den Raum für neue Kunststoffverarbeitungsmaschinen und Analysegeräte, um unser Leistungsangebot an Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich Leichtbau und 3D-Druck weiterhin auf dem höchsten Stand zu halten. Auch bietet der Erweiterungsbau dann Platz für über 40 Forscherinnen und Forscher, statt bisher für 20 Mitarbeitende.«

Im Anschluss an den symbolischen Spatenstich werden aktuelle Forschungshighlights aus dem Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz gezeigt. Professor Scholz: »Wir möchten die Gelegenheit nutzen, unseren Gästen ausgewählte Forschungsprojekte und zukunftsweisende Vorhaben vorzustellen.« Dazu gehören Forschungsergebnisse aus dem Bereich Leichtbau und Faserverbundtechnik wie beispielsweise ein innovativer Fahrradrahmen. Dieser repräsentiert exemplarisch die Fertigungsmöglichkeit hochbelastbarer Kunststoffbauteile mithilfe additiver Fertigung: Durch belastungsgerechte Integration von Endlosfasern können herausragende strukturmechanische Eigenschaften erzielt werden. Ebenso zukunftsweisend ist die Forschungsarbeit an wirtschaftlichen Herstellungsverfahren für naturfaserverstärkte Kunststoffe, die am Beispiel eines Windrads zu sehen sein wird. Zudem erhalten die Gäste Einblick in die Aktivitäten zum Thema Wasserstofftechnologien. Neben der Präsentation eines eigenentwickelten H2-Rollers informieren die Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher unter anderem auch über das Vorhaben des Hydrogen Laboratory Görlitz (HLG).

Ablauf der Veranstaltung

Beginn der Veranstaltung: 21. August 2020, 13 Uhr
Ort: Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz, Theodor-Körner-Allee 6, 02763 Zittau

  Moderation: Professor Sebastian Scholz, Leiter des Fraunhofer-Kunststoffzentrums Oberlausitz in Zittau  
13 Uhr Begrüßung durch Prof. Welf-Guntram Drossel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IWU  
13:10 Uhr Grußworte von Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen | Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft | Thomas Zenker, Oberbürgermeister der Stadt Zittau | Ralf Liebscher, Geschäftsführer der Lakowa Gesellschaft für Kunststoffbe- und -verarbeitung mbH, Wilthen
14 Uhr Symbolischer Spatenstich zum Baubeginn des Erweiterungsbaus  
14:15 Uhr Austausch und Imbiss | Ausstellung und Führung zu Forschungshighlights des Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz  
15 Uhr Ende der Veranstaltung

Der Termin ist für Film- und Bildberichterstattung geeignet.

Aufgrund der Corona-bedingten Vorsichtsmaßnahmen ist eine Anmeldung der Medienvertreterinnen und -vertreter bis zum 19. August 2020 unter presse@iwu.fraunhofer.de erforderlich.


Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz (FKO) in Zittau

Das Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz (FKO) in Zittau ist seit 2011 neben dem Hauptsitz Chemnitz einer von insgesamt vier Standorten des Fraunhofer IWU in Sachsen. Es bündelt Forschung- und Entwicklungsexpertise in zukunftsträchtigen und anwendungsnahen Kunststoff- und Fertigungstechnologien, in der Automatisierung, Konstruktion, Informatik und Digitalisierung, im Produktdesign, 3D-Druck (additive Fertigung), Leichtbau und bei Wasserstofftechnologien.

Das FKO ist auf dem Campus der forschungsstarken Hochschule Zittau/Görlitz bestens in die wissenschaftlichen Strukturen im Dreiländereck eingebunden. Gemeinsam engagiert man sich für den Wissens- und Technologietransfer in der Region. Dies zeigt sich neben einem intensiven wissenschaftlichen Austausch auch in einer gezielten Ausbildung von Studierenden durch Einbindung von Forschungsergebnissen in die Lehre.
-> Hier finden Sie mehr Informationen zur technischen Ausstattung vor Fertigstellung des Erweiterungsbaus.
-> Zur Mitteilung des Fraunhofer IWU.


©Fraunhofer IWU: Simulation des Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz mit Erweiterungsbau.

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