14. Mai 2018

Garaus für Medikamentenrückstände in Abwässern

Ca. 38 000 t – soviel Medikamente, darunter Hormone, Antibiotika und Virostatika, werden jährlich in Deutschland verbraucht. Über die Ausscheidung gelangen viele Spurenstoffe ins Abwasser, die bisher daraus nur unzureichend gefiltert werden konnten. Ein Problem, da der Mensch in Reaktion darauf Resistenzen bildet. Die Folgen: Einerseits wirken Antibiotika nicht mehr, d.h. multiresistente Mikroorganismen verbreiten sich zunehmend, andererseits nehmen durch die dauerhafte Aufnahme der Hormonspuren in Trinkwasser und Nahrung Fruchtbarkeitsstörungen zu.

Zur Problemlösung entwickelte das Fraunhofer IKTS ein Verfahren bestehend aus einem kostengünstige Anodenmaterialien in Kombination mit Ultraschall und einem speziellen Aufbau des Elektroden-Sonotroden-Moduls auf Basis keramischer Materialien. Damit lassen sich nun Spurenstoffe vollständig aus Abwässern filtern. Der Funktionsnachweis im Labor wurde bereits erbracht, das Upscaling geplant. Dabei halten die Wissenschaflter ebenso positive Ergebnisse für absolut realistisch.

Ziel ist es dann danach, das Elektroden-Sonotroden-Modul für andere Sektoren, wie zur Zerstörung von Nitroaromaten, Weichmachern, Herbizidrückständen oder anderen toxischen Stoffen in gewerblichen Abwässern, zu erschließen und weiterzuentwicklen.

Erfahren Sie mehr über die neue Verfahrenskombination in der Pressemitteilung des Fraunhofer IKTS zu Medikamentenrückständen in Abwässern.

 

Foto ©Fraunhofer IKTS: Aufbereitungsmodul mit integrierten Ultraschallsensoren zur vollständigen Entfernung von Medikamentenrückständen.

Das könnte Sie auch interessieren

17. Dez 2019

Akustische Zellselektion im Mikromaßstab

Die IFW-Initiative „Zellekt“ wurde mit dem Science4Life Venture Cup Preis in der Ideenphase ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der…

WEITERLESEN

19. Okt 2018

Intelligent und vielfältig: additiv gefertigte Multi-Materialien

Wissenschaftler am Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden entwickelten ein 3D-Druck-Verfahren, das thermoplastische Kunststoffe mit kontinuierlichen Verstärkungsfasern…

WEITERLESEN

09. Jun 2017

TU Dresden, Institute for Lightweight Engineering…

The ILK staff members teach, develop and conduct research in modern lightweight engineering. The research spectrum ranges from fundamental and…

WEITERLESEN