27. August 2019

Forschungszentrum „CASUS“ in Görlitz eröffnet

Die Übergabe eines symbolischen Schlüssels durch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange am 27.8.2019 markierte den offiziellen Start eines aussichtsreichen Projekts: die Etablierung der Forschungseinrichtung CASUS (Center for Advanced Systems Understanding) als international sichtbares Zentrum für datenintensive Systemforschung in Görlitz. Hier wird fach- und grenzübergreifend an schnelleren Computern, neuen Codes und innovativen Software-Methoden geforscht. Doch diese bilden nur das Gerüst. Denn im CASUS stehen die wissenschaftlichen Themen im Mittelpunkt.

Worum geht es im Forschungszentrum CASUS?
Wie wirkt sich das Klima auf die Umwelt aus? Wie bilden sich Planeten und Sterne? Wie kommunizieren Zellen und wachsen zu Organen heran? Wie lernen autonome Fahrzeuge, auf unvorhersehbare Einflussgrößen richtig zu reagieren? Die Forschungsrichtungen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, haben eines gemeinsam: Sie gehören zur sogenannten Systemforschung. Komplexe Systeme sind gekennzeichnet durch unbekannte Größen und ein vielfältiges Geflecht aus Ursachen und Wirkungen. Verändert man nur eine einzige Einflussgröße, kann das überraschende, schwer vorherzusehende Folgen für das Gesamtsystem haben.

„Mit CASUS erhält Görlitz ein hervorragendes Forschungszentrum, das sich vielen Zukunftsthemen widmen wird“, ist sich Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sicher. „CASUS wird zeigen, welche Chancen in der Digitalisierung für unsere Gesellschaft liegen. In dem Forschungszentrum werden Mathematiker, Computer- und Datenwissenschaftler und Experten für Künstliche Intelligenz interdisziplinär zusammenarbeiten. Sie sollen Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit mitformulieren, wie den Klimawandel oder den Kampf gegen Krebs. Mit diesem Zentrum unterstützen wir auch den Strukturwandel in der Region – vom Braunkohleabbau zu Hightech und zu Wissenschaft und Forschung.“

Fünf Partner in Sachsen und Polen
Den symbolischen Schlüssel in Empfang nahmen führende Vertreter der vier sächsischen Forschungseinrichtungen, deren Initiative sich CASUS verdankt: Prof. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) Leipzig, Prof. Roland Sauerbrey, Wissenschaftlicher Vorstand des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), Prof. Ivo Sbalzarini, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) und der Rektor der Technischen Universität Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen. Zu den wichtigsten CASUS-Partnern auf polnischer Seite gehört die Uniwersytet Wrocławski (Universität Breslau), dessen Vertreter Prof. Leszek Pacholski vom Institut für Computerwissenschaften zu den Empfängern des Schlüssels zählte. Langfristig gesehen ist CASUS als deutsch-polnisches Zentrum mit gleichberechtigten Partnern konzipiert.

CASUS wird zu 90 Prozent aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und zu 10 Prozent aus Mitteln des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) finaziert. Der Einzug der ersten Forschungsgruppen in das angemietete CASUS-Gebäude in Görlitz auf dem Untermarkt 20 ist für Dezember 2019 geplant.

Mehr zu CASUS und dem gelungenen Auftakt erfahren Sie in den Mitteilungen des HZDR.

Foto: HZDR/Paul Glaser: „Aufschlussreicher“ Start für CASUS (v.l.): Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek übergeben den symbolischen Schlüssel an die Vertreter der beteiligten Forschungseinrichtungen – Prof. Leszek Pacholski (Universität Breslau), Prof. Ivo Sbalzarini (Gruppenleiter am MPI-CBG, Lehrstuhl für Wissenschaftliches Rechnen für Systembiologie an der TU Dresden), Prof. Hans Müller-Steinhagen (Rektor TU Dresden), Prof. Georg Teutsch (Wissenschaftlicher Geschäftsführer UFZ) und Prof. Roland Sauerbrey (Wissenschaftlicher Direktor HZDR).


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