13. April 2018

Eisen- und sulfationenfrei durchs Gewässer

Für jeden, der die Gegend besuchte, waren sie sichtbar: Die Rede ist von den ockerbraunen Verfärbungen der Spree, Pleiße, Elster und den anderen Gewässern in den (ehemaligen) sächsischen Braunkohleabbaugebieten. Die Verockerung entstand zum einen durch das Einleiten von eisensulfat- und eisenhydroxidhaltigen Wässern aus den Grubenwasserreinigungsanlagen, zum anderen durch den Wiederanstieg des Grundwassers, nachdem der Tagebau stillgelegt wurde, sowie durch die Auflösung von Pyritschichten im Boden oder durch Kippenwässer. Dabei stören die Eisen- und Sulfationen empfindlich das ökologische Gleichgewicht und die Biosphäre.

Bisher gab es kein Verfahren, mit dem Eisen- und Sulfationen effektiv und nachhaltig gefällt werden konnten. Das änderte sich nun. Eine Forschergruppe des Leibniz IPF um Frau Dr. Simona Schwarz entwickelte ein Verfahren, mit dem Weltweit erstmals positiv geladene Eisen- und negativ geladene Sulfationen gleichzeitig adsorbiert werden können – und zwar umweltfreundlich wie nachhaltig. Umweltfreundlich deshalb, weil natürliche, nicht-toxische – sogenannte Biopolymer-basierte – Flockungsmittel verwendet werden; nachhaltig, da das abgetrennte Eisen wiederverwertet werden kann, indem man mit Eisen- und Sulfationen beladene Chitosanflocken Verhüttungsprozessen zugibt.

Für diese wichtige Verfahrensentwicklung wurden Dr. Simona Schwarz und ihre Mitarbeiter am 12. April 2018 mit dem Innovationspreis des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) ausgezeichnet. Der Materialforschungsverbund gratuliert der Forschergruppe herzlich zu diesem Preis.

Erfahren Sie mehr zum Forschungsfeld von Simona Schwarz auf der Seite des Leibniz IPF.

Foto ©Leibniz IPF: Durch Eisen- und Sulfationen verockertes Gewässer in der Lausitz.

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