11. September 2020

Digitale Werkzeuge

»Wer jetzt nicht auf smarte Produktionstechnik setzt, verliert den Anschluss«

Im November startet ein Weiterbildungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen, die mit digitalen Werkzeugen und neuen Materialien intelligenter produzieren wollen: »Smart Production Professional«.

In drei aufeinander aufbauenden Modulen geht es u.a. um Sensorintegration, Überwachungstechnik, Maschinelles Lernen, Prozesskettenoptimierung, Digitale Zwillinge, Funktionswerkstoffe und den 3D-Druck. Dies immer anhand konkreter Anwendungsbeispiele und Live-Demonstrationen aus der Praxis. Die Unternehmen profitieren dabei von aktuellen Forschungsergebnissen und dem Know-how des Leistungszentrums »Smart Production & Materials«, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von vier Fraunhofer-Instituten sowie der TU Dresden und der TU Chemnitz arbeiten. Sie unterstützen Unternehmen bei der entscheidenden Frage: Wie kann ich mit intelligenten Verfahren wirtschaftlicher produzieren?

»Kleine und mittlere Unternehmen bilden das stabile Rückgrat unserer Industrie – auch weil sie flexibel sind und sich ständig erneuern«, sagt Andrea Buchheim, Koordinatorin des Leistungszentrums »Smart Production & Materials« am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. »Dazu gehört auch, die eigenen Produktionsverfahren regelmäßig kritisch zu prüfen und dann auf neue Technologien und Werkstoffe zu setzen. Der Aufwand dafür ist aber ziemlich groß und muss sich rechnen. Deswegen haben wir ein kompaktes, aber trotzdem umfassendes Weiterbildungsangebot aufgelegt. Wir sind überzeugt, dass unsere Forschungsergebnisse und unser Know-how produzierenden Unternehmen dabei helfen werden, gestärkt aus der aktuellen Wirtschaftskrise hervorzugehen. Wer jetzt nicht auf smarte Produktionstechnik setzt, verliert womöglich den Anschluss.«

Fach-und Führungskräfte insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) aus Branchen wie der Produktionstechnik, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektrotechnik, der Automobilindustrie oder der Informations- und Kommunikationstechnik sowie Technologieanwenderinnen und -anwender erhalten beim Weiterbildungsangebot »Smart Production Professional« einen umfassenden Überblick zu technischen und wirtschaftlichen Potenzialen, Herausforderungen und Chancen einer flexiblen und digitalisierten Produktion. Auch die Möglichkeiten der Produktindividualisierung, des Zusammenwirkens von Werkstoffen und Technologien bei der Gestaltung von Produkten und der Optimierung von Produktionsprozessen stehen im Fokus.


Herausforderungen: Produktvielfalt, Individualisierung, kurze Lebenszyklen

Ab November bietet das Leistungszentrum drei aufeinander aufbauende Module zu verschiedenen Terminen an. Im Basismodul geht es zunächst um die Grundlagen intelligenter Produktion anhand generischer Prozessketten. Daran schließen sich verschiedene Anwendungsfelder an, u. a. »Smart Production« aus Sicht spanender und umformender Werkzeugmaschinen sowie der Robotik, Betriebsdatenerfassung und Sensorik, Maschinelles Lernen, generative und textile Fertigung individueller 3D-Strukturen und Produktindividualisierung.

Im Aufbaumodul werden diese Themen erweitert und vertieft. Vorgestellt werden praktische Beispiele zur digitalen Zustandsüberwachung von Werkzeugmaschinen durch den Einsatz von Sensoren, zu Funktions- und Hybridwerkstoffen und deren Einsatzmöglichkeiten sowie zur Funktionalisierung von Bauteilen.

Im Praxismodul werden die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf reale Aufgabenstellungen angewendet. Es wird sowohl verschiedene Hands-on-Workshops, als auch Live-Demonstrationen in den Versuchsfeldern der Fraunhofer-Institute sowie den Universitäten geben. Hinzu kommen Einblicke in konkrete Anwendungsbeispiele bei Industriepartnern. Die Expertinnen und Experten des Leistungszentrums stehen zudem für individuelle Gespräche zur Verfügung.

»Dabei gehen wir selbstverständlich auf aktuelle Entwicklungen und Trends ein, wie etwa wachsende Produktvielfalt bei gleichzeitiger Individualisierung, immer kürzere Produktlebenszyklen oder die zunehmende Vernetzung von Mensch, Maschinen und Services«, betont Andrea Buchheim. »Schließlich möchten wir erreichen, dass Unternehmerinnen und Unternehmer bessere Investitionsentscheidungen treffen können. Dazu liefern wir umfassendes Wissen aus dem Bereich der intelligenten Produktion, denn zu unseren Kernaufgaben gehört der Wissenstransfer in die unternehmerische Praxis. Gleichzeitig tragen wir mit unserem Weiterbildungsangebot auch zur Netzwerkbildung in Sachsen und darüber hinaus bei.«

Die Weiterbildungen umfassen Präsenzveranstaltungen in Kleingruppen, E-Learning-Module, Workshops und Live-Demonstrationen. Sie finden an diesen Terminen statt:

BasismodulAufbaumodulPraxismodul
4.-5. November 2020 oder 2.-3. Dezember 2020 oder 13.-14. Januar 2021 18.-19. Januar 2021 oder 10.-11. Februar 2021 20.-22. Januar 2021 oder 17.-19. März 2021

Hier geht es zur Anmeldung und weiteren Details.

Im Vorfeld der Weiterbildung bietet das Leistungszentrum »Smart Production & Materials« vier kostenfreie Webinare an, in denen erste Einblicke in das Themenfeld der additiv-generativen Fertigung (3D-Druck) gegeben werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, erste Kontakte zu den Forscherinnen und Forschern herzustellen:

  • Additiv-generative Fertigung von Spezialwerkstoffen: 17. September 2020, 13:00 bis 14:30 Uhr
  • Oberflächenbearbeitung: 1. Oktober 2020, 13:00 bis 14:30 Uhr
  • Digitale Produktion: 15. Oktober 2020, 13:00 bis 14:30 Uhr
  • Formgebung von Faserverbundwerkstoffen: 29. Oktober 2020, 13:00 bis 14:30 Uhr

-> Details und Teilnahmemöglichkeiten zu diesen kostenfreien Webinaren.


Das Leistungszentrum »Smart Production & Materials«

Das Leistungszentrum »Smart Production & Materials« ist eines von 17 Leistungszentren der Fraunhofer-Gesellschaft. Es wurde 2017 gegründet und wird aus Mitteln des Freistaates Sachsen sowie der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert. Im Zentrum schlossen sich die Fraunhofer-Institute für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, für Elektronische Nanosysteme ENAS, für Werkstoff- und Strahltechnik IWS und für Keramische Technologien und Systeme IKTS sowie die TU Dresden und die TU Chemnitz zusammen, um ein leistungsfähiges Innovationssystem mit internationaler Strahlkraft zu etablieren. Damit wollen die Einrichtungen einen nachhaltigen Mehrwert für Unternehmen und ihre Standorte schaffen.

Ein Hauptziel des Leistungszentrums ist, die im Rahmen von Forschungsprojekten entstehenden Ideen und Lösungen schnell für konkrete Anwendungsfälle weiterzuentwickeln. Dies geschieht zumeist in kooperativ gestalteten Vertragsforschungsprojekten mit interessierten Unternehmen. Damit trägt das Leistungszentrum zur Stärkung der Innovationskraft seiner Partner bei und sichert ihnen zum Beispiel durch entsprechend geregelte Lizenzen oder die komplette Überlassung von Patenten einen Wettbewerbsvorteil. Hinzu kommt eine Inkubator- und Transferfunktion für Ideen zur Unternehmensgründung und für das Wachstum besonders von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mit Weiterbildungen werden Erkenntnisse und entwickelte Technologien in aufbereiteter Form an interessierte Unternehmen weitergegeben.
-> Zur News des Leistungszentrum »Smart Production & Materials«.


Bild ©TU Dresden, ILK/Andreas Scheunert: Ein Forscher des Leistungszentrums »Smart Production & Materials« stellt die Formgebung bei der Herstellung von Faserverbundwerkstoffen ein.

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