17. April 2020

Corona-Hilfe: Recyclingfähige Gesichtsschilde in Rekordzeit vom Design bis zum Produkt

Innerhalb von nur drei Tagen stellten Ingenieure und Studenten des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden gemeinsam mit dem Forschungsverbund DRESDEN-concept e.V. und biosaxony e.V., der ehrenamtlich tätigen Kunststoffschmiede sowie dem Unternehmen 1st Mould GmbH eine Halterung für Gesichtsschilde vom Design bis zum fertigen Produkt her. Das Bauteil wird im Spritzgießverfahren gefertigt und kann in einer deutlich höheren Stückzahl produziert werden als vergleichbare 3D-gedruckte Lösungen.

Nach den ersten Bedarfsmeldungen zu medizinischer Schutzausrüstung aus den Dresdner Kliniken entwickelten Forscherinnen und Forscher ein Design für ein Gesichtsschild, welches zunächst im 3D-Druckverfahren umgesetzt und dem medizinischen Personal zur Erprobung zur Verfügung gestellt wurde. Die daraufhin stark ansteigenden Bedarfe konnten jedoch nicht mit den im 3D-Druckverfahren zu erreichenden Stückzahlen gedeckt werden. Mitarbeiter des ILK brachten daher eine Ausführung im Spritzgießverfahren ins Gespräch. Damit können sie die Produktion der benötigten Gesichtsschilden um ein Vielfaches erhöht. Innerhalb von nur 3 Tagen erarbeitete das ILK zusammen mit der Kunststoffschmiede* und der 1st Mould GmbH ein spritzgießgeeignetes Design. Sie setzten es zu einem realen Bauteil um und produzierten eine Stückzahl von aktuell ca. 35.000 Stück. Das besondere Anliegen der Kunststoffschmiede* ist hierbei, dass mit der erarbeiteten Lösung auch recycelte Kunststoffabfälle zur Herstellung der Gesichtsschilde verwendet werden. Der so erreichbare geschlossene Werkstoffkreislauf schont nicht nur die Umwelt, sondern ist zugleich auch ressourceneffizient.

Die Daten zur Herstellung der Spritzgießbauteile gestalteten die beteiligten Partnern bewusst Open Source. Andere Einrichtungen und Unternehmen können somit ebenfalls die Produktion aufnehmen, um gemeinsam die Bedarfe zu decken. Interessierte Einrichtungen erhalten die Produktionsdaten unter diesem Link.


Foto ©Kunststoffschmiede e.V.: Recyclingfähiges Gesichtsschild gefertigt im Spritzgießverfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

12. Sep 2018

Erwin-Felix-Lewy-Bertaut-Preis für HZDR-Forscher

Nachwuchspreis: Kristallographen ehren Dr. Matthias Zschornak. Der Erwin-Felix-Lewy-Bertaut-Preis der Europäischen Kristallographischen Vereinigung (European Crystallographic Association, ECA) ging…

WEITERLESEN

07. Mrz 2018

Wandel – Prognose – Transfer: FOREL-Studie…

Das Forschungs- und Technologiezentrum für ressourceneffiziente Leichtbaustrukturen der Elektromobilität (FOREL) hat unter dem Titel „Ressourceneffizienter Leichtbau für…

WEITERLESEN

08. Dez 2017

Kooperation zwischen HWK und ILK in…

Die Handwerkskammer Dresden und das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden unterzeichneten am 07.12.2017 eine Vereinbarung zur…

WEITERLESEN