5. September 2019

„Ausgezeichnete“ Hydrogel-Wundauflagen

Frau Dr. Passant Atallah, Herr Dr. Lucas Schirmer, Herr Dr. Uwe Freudenberg und Herr Prof. Dr. Carsten Werner vom Institut für Biofunktionelle Polymermaterialien des Leibniz IPF Dresden erhielten den MaterialVital Preis 2019 „Beste Entwicklung im Bereich Polymere für den Gesundheitsbereich – größtes Innovationspotential“ der ProMatLeben-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für die Entwicklung einer neuartigen Hydrogel-Wundauflage zur Behandlung chronischer Hautwunden. Allein in Deutschland gibt es über 900.000 Patienten mit chronischen Wundheilungsstörungen. Sie leiden häufig an Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Das Forscherteam entwickelte in Zusammenarbeit mit Partnern im DFG-Sonderforschungsbereich Transregio 67 (Frau Dr. Sandra Franz und Herr Prof. Dr. Jan-Christoph Simon, Universität Leipzig) Polymer-Netzwerke aus Derivaten des Glykosaminoglykans Heparin und verzweigtem Polyethylenglykol. Die Stoffe nehmen wie ein „molekularer Schwamm“ entzündungsfördernde Signalmoleküle aus der Wunde auf. Als vorteilhaft erwies sich dabei die Gestaltung der Polymer-Netzwerke. Sie erlaubt, dass die Signalmoleküle, die die Wundheilung fördern, weitestgehend in der Wunde belassen werden können.

Die Hydrogel-Wundauflage kommt ohne die Freisetzung von bioaktiven Substanzen aus. Es bestehen somit gute Chancen für die rasche Zulassung und Translation der neuen Technologie in die klinische Anwendung. Dafür entwickelten die Forscher eine Hydrogel-beschichtete textile Wundkontakt-Auflage. Sie testeten sie bereits erfolgreich im Großtiermodell. Das Team der Preisträger bereitet gegenwärtig die Ausgründung eines Unternehmens vor.

Erfahren Sie mehr zur Hydrogel-Wundauflage und die Vorbereitungen zur klinischen Anwendung auf den Seiten des Institut für Biofunktionelle Polymermaterialien des Leibniz IPF Dresden.

Foto ©Zsoltán Tanczik/VOR und Leibniz IPF Dresden: Wirkungsprinzip der ResCure Hydrogel-Wundgele.

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