17. Dezember 2019

Akustische Zellselektion im Mikromaßstab

Die IFW-Initiative „Zellekt“ wurde mit dem Science4Life Venture Cup Preis in der Ideenphase ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der Hessischen Landesregierung und dem Gesundheitsunternehmen Sanofi für zukunftsträchtige Projekte ausgegeben.

Die Arbeitsgruppe „Zellekt“ am SAWLab Saxony des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) untersucht neue Methoden zum Zellsortieren in Chiplaboren, welche ohne Vorbehandlung der Ausgangsflüssigkeit direkt angewendet werden können. Das Sortieren von Zellen und Zellbestandteilen aus komplexen biologischen Flüssigkeiten ist ein wesentlicher Schritt für viele moderne biomedizinische Anwendungen.

Im Projekt „Zellekt“ lassen die WissenschaftlerInnen hochfrequente Schallwellen im Mikromaßstab auf Zellsuspensionen einwirken. Jedes Partikel, jede Zelle bzw. jedes Biomolekül reagiert aufgrund seiner individuellen Größe, Dichte und Flexibilität anders auf das Schallfeld. Dies wird gezielt für das Zellsortieren bzw. zur Selektion einzelner Zelltypen ausgenutzt. „Der Vorteil unserer akustischen Technologie ist, dass im Vergleich zu konventionellen Zellseparationsmethoden keine Marker oder spezielle Medien benötigt und die Zellen durch die Schallwellen nicht beschädigt werden“, sagt Dr. Andreas Winkler, einer der Preisträger aus der Arbeitsgruppe.

Zukünftige Anwender der Technologie kommen aus biomedizinischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die neue zell- und gentherapeutische Behandlungsansätze entwickeln. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind einzelzellbasierte Diagnostikverfahren wie beispielsweise die Flüssigbiopsie, welche bisher auf komplizierte Probenpräration zur Zellsortierung angewiesen sind.

Die am IFW Dresden entwickelte Technologie ist kostengünstig für die industrielle Produktion skalierbar und bereits zum Patent angemeldet. Sie soll in den nächsten Jahren in ein kommerzielles Produkt umgesetzt werden.

Bleiben Sie auf den Seiten des Leibniz IFW Dresden zu „Zellekt“ und der Einwirkung hochfrequenter Schallwellen auf Zellsuspensionen auf dem Laufenden.


Foto ©Leibniz IFW Dresden: Ein am IFW Dresden entwickelter Labordemonstrator des akustischen Zellsortiersystems.

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